Eroc

 

Letzte Aktualisierung: 11.04.2005

 

 

Themen:
Aus für wolkenreise.de
Eroc selbst über sein aktuelles Schaffen
Eroc's Wolkenreisen & Eurosonic Experiences
EVERON und das Spacelab Studio
Remixes der Wolkenreise

 

 

Aus für wolkenreise.de

 

Es verblüfft immer wieder, wie Spatzen versuchen, sich mit Papageienfedern zu schmücken…

Eroc muss weiter auf www.wolkenreise.de verzichten. Nachdem eine Flugschule in Hannover diese URL zunächst für sich registriert hatte, sie aber wegen der Bekanntheit von Eroc’s Instrumentalhit freundlicherweise für ihn wieder frei gab, war die Sache anscheinend fair aus der Welt.

Eroc wollte dann die URL auf sich anmelden, was sich jedoch aus ernsten familiären Gründen etwas verzögerte. Diese Chance nutzte flugs der Buschpartisan in Gestalt eines Piloten der Lufthansa, um sich diesen Begriff für sein „Reiseunternehmen“ zu krallen. Natürlich ist er völlig uneinsichtig und rückt den Namen auf keinen Fall wieder raus. Versuche von Eroc, auf rechtlicher Ebene an die Internetadresse zu gelangen schlugen ebenso fehl, wie wohl auch Vorstöße zahlreicher Fans, den Mann zu überzeugen. Jedenfalls kam er bis heute nicht auf die Idee, Eroc mal zu kontaktieren, um vielleicht eine für beide Seiten lohnende Lösung zu erörtern.

„Wolkenreise“ prägte Eroc Mitte der 70’er, als er DAS Instrumentalstück mit dem Akkordeon schuf, das bis heute millionenfach veröffentlicht nach wie vor in Funk und Fernsehen die Leute erfreut. TopDer Begriff ist seit 1992 beim Deutschen Patentamt für Musik- und Filmdarbietungen auf seinen Namen geschützt. Eroc betreibt unter diesem Namen zudem ein CD-Label und einen Internet-Shop. Den besagten „Reiseunternehmer“ stört das nicht, er bleibt stur und fliegt weiterhin unter dem Begriff, der nach allem eigentlich Eroc zustehen sollte. Wer also www.wolkenreise.de anwählt, kann dort vielleicht eine Butterfahrt buchen, findet jedoch keine Musik von Eroc oder Grobschnitt…

 

Eroc selbst über sein aktuelles Schaffen

 


Hätte ich geahnt, wie sehr die zeitgenössische Populärmusik immer mehr in digitale Gleichschaltung und dumpfe Verblödung ausartet, wäre ich lieber Schuster geworden. Dann hätte ich es heute mit dem Käse andererleuts Füße und nicht mit dem Käse andererleuts „Musikschaffen" zu tun. Doch als ich anfing, die Musik zu entdecken, war alles anders: man schrieb anno 1959, „Grobschnitt" stand noch als Trockenmilch in der Apotheke bzw. als Hüter im Tabakladen und die härteste Gitarre im Radio war die von Les Paul. Musik sollte das Herz erfreuen. Nix Message, nix Aggressionen, nix Triefsinn - Drogen gab's allenfalls in der Drogerie und Glatzen nur bei Opas. Klar, die Revolution der Beatles ging später dann schon tierisch ab und Onkel Zappa schmiss seine Maden in die Mädchenzimmer. Aber man konnte immer noch selbst entscheiden, wen oder was man mit seinem Taschengeld unterstützen wollte, weil nicht alles als „unbedingt nötig" oder „in“ war.

Eigentlich machte ich in den 60’ern meine Musik in erster Linie für mich selber, hatte Spaß daran, wollte keinen damit belästigen und spielte die Stücke ab und zu mal Freunden vor. Man muss aus einem Hobby ja nicht unbedingt ein Geschäft machen.

Das änderte sich, als in den 70’ern die Plattenindustrie, die sich wohl auch besser auf Betonplatten konzentriert hätte, anfing, den Musikern einzutrichtern, dass mit Musikvermarktung Kohle zu machen sei, wenn man sich an gewisse Spielregeln hielte. Wie viel mehr Kohle dabei für die Industrie abfällt, wurde natürlich geflissentlich verschwiegen. Klar, auch wir wollten dann mit Schallplatten bekannt werden, Knete verdienen. Zumindest so viel, dass man davon (über)leben konnte.

Die „Wolkenreise" hatte ich 1978 eigentlich für eine Bühnenshow bei Grobschnitt entworfen. Doch als das Ding plötzlich als Hit losging, stand ich dabei und bewunderte das mit den Augen eines Kindes, das zum ersten Mal ein Feuerwerk sieht: gebannt, erschrocken, aber immer wieder hingucken. Heute hab' ich übrigens ein ähnliches Gefühl, wenn die roten Golfs und tiefergelegten Hondas mit zweimal 1000 Watt Dänz-Glänz an meinem Garten vorbei hopsen. Pum Pum lässt grinsen und stumpf ist Trumpf...

Ich habe noch immer meine alten Vinyls im Schrank. Träume altern nicht, sie reifen mit der Zeit wie guter Wein. Tornados und Shadows neben Cream, Zappa und Lynyrd Skynyrd. Und komischerweise auch D.J. Faith, obwohl ich annehme, dass der schon längst wieder vergessen ist. Aber es tauchen auch immer wieder gute, neue Bands auf: Sum 41 genieße ich, Inextremo mag ich, Linkin’ Park und Nickelback höre ich mit Vergnügen und Slipknot halte ich derzeit für die konsequenteste Band der Welt. Und trotz meiner eigenartigen Karriere hielt ich viele meiner eigenen Stücke weiter im Schrank versteckt. Spielte sie höchstens mal guten Freunden vor. Einige davon holte ich 1998 für die Compilation „Eroc’s Wolkenreisen" (Repertoire Records 4710) heraus. Die andere Seite von mir: Nix Wolken, nix Schweben, nix Träume... Message, Aggression, Irrsinn – so wie damals mit Toni. Und ein paar weitere werde ich als Bonus-Tracks verbraten, wenn bei Universal meine Soloalben demnächst auf CD erscheinen - alles Titel, entstanden 1971 bis 1998, die kaum nie einer gehört hat und die mich heute fast noch mehr faszinieren als damals.

TopAuch wenn P.E.H. vom Maraboo daraufhin wieder schreiben würde (wenn er denn noch schreiben würde), das alles wäre doch „besser im Schrank geblieben" - ich verunsichere die musikalische Welt nach wie vor mit dem allergrößten Vergnügen, denn die Zeit ist reif und Remscheid ist nicht weit…

EROC, Dezember 2004 und (noch) weiter…

 

Eroc's Wolkenreisen & Eurosonic Experiences

 

Im Juli 1998 erschien die lang erwartete CD Eroc's Wolkenreisen, eine Retrospektive auf das 30-jährige Schaffen des Schlagzeugers und Mitbegründers von Grobschnitt. Die CD bringt 17 bekannte und 17 unbekannte Titel von Eroc, darunter drei Versionen seines Megahits Wolkenreise, Digitalremixe von Changing Skies und Space Shuffle und viele weitere Überraschungen. Es wird sogar gesungen...

Der 1. Juni 1998 brachte eine Sensation: Eroc stand zum ersten Mal seit den 80’ern wieder auf der Bühne. Er war der Headliner beim EUROSONIC Festival in Östragötalandet, Schweden, dem elektronischen Musikereignis des Jahres 1998, veranstaltet von Winfrid Trenkler (WDR Schwingungen). Unterstützt wurde er dabei von zwei befreundeten Musikern der Band Farfarello: Urs Fuchs & Stefan Wiesbrock. Man stellte u.a. das eigens für EUROSONIC komponierte Werk Aqua acclivis vor. Anschließend ging die Zusammenarbeit weiter. Im Juli '99 erschien das Stück mit weiteren Titeln auf der ersten CD des Trios Eurosonic Experiences. Der weltweit zweite Auftritt fand dann am 3. Juli 1999 wieder in Schweden beim EUROSONIC '99 statt. Aqua Acclivis wurde später bei Winfrid Trenkler's Schwingungen-Wahl zum besten Instrumentaltitel des Jahres gewählt.

TopLeider wurde das Eurosonic-Festival 2000 nicht wiederholt, doch Eroc selbst verbrachte in jenem Jahr dann vier ganze Wochen Urlaub in Östergötland nahe der Insel Valö, wo dieses Ereignis zweimal alle Beteiligten so fasziniert hatte, dass ein jeder es sein Leben lang nicht mehr vergessen wird.

Diese beiden CD’s sind ebenfalls in Eroc’s Online-Shop unter www.grobschnittstory.de erhältlich.

 

EVERON und das Spacelab Studio

 

Die Freundschaft zwischen Eroc und der deutschen Prog-Band EVERON begann 1991, als er die erste LP dieser Band (Paradoxes) im alten Woodhouse-Studio in Dortmund produzierte. Aufgrund der guten Zusammenarbeit und des Erfolgs dieser Produktion ging die Arbeit dann 1994 im neuen Woodhouse in Hagen mit dem Album Flood weiter.

TopSpäter half Eroc der Band bei der Einrichtung ihres eigenen Studios (Spacelab), das inzwischen weit über die Grenzen Deutschlands hinaus durch hervorragende Arbeiten bekannt geworden ist. Inzwischen produzieren EVERON ihre eigenen Alben dort selbst und helfen zahlreichen deutschen und internationalen Acts auf das Niveau zeitgemäßer Präsentation auf CD. Mit Eroc arbeitet man für das Mastering weiterhin eng zusammen. Kontakt unter: www.everon.de

 

 

 

Remixes der Wolkenreise

 


Von über 20 neuen Cover-Versionen der „Wolkenreise“ finden sich sechs auf der CD Eroc 3:

Feuerwolken (4’41) – von Eroc selbst, Stil: Dance

Journey Of The Clouds (3:39) – von Ginko Garden alias Eddy F. Müller, Stil: Ambient

Wolkenträume (3:42) – von Yomano alias Volker „Mist“ Kahrs, ehem. Keyboarder bei Grobschnitt, Stil: Trance

Signs In The Sky (4:08) – von Bubi Hönig, ehem. Gitarrist bei Extrabreit und Green, Stil: Fusion Rock

Chilly Clouds (4:23) – von Charly McLion, Elektronikspezialist aus Aachen, Stil: Chill Out

Bad Girl (2:46) – von Mario Gericke, ehem. Dun Es Tak, heute Potentia Animi, Stil: Thrash