Als Ende der 40er die Rundfunklandschaft in der Bundesrepublik neu entstand, gab es einen ganz entscheidenden Impuls: die Radiostationen der Alliierten für ihre Soldaten.
Allen voran der amerikanische AFN, hauptsächlich in Süddeutschland vertreten, gefolgt vom englischen BFN (später BFBS) im nordwestdeutschen Raum, sowie einigen kleineren „Exoten“ für kanadische, französische und belgische Streitkräfte.
Allen diesen Stationen war eines gemeinsam: sie brachten aktuelle Musik und Unterhaltung in flotten Programmstrukturen in die kulturelle deutsche Nachkriegswüste. Wer etwas Englisch konnte, war schnell in den Bann des lockeren Stils dieses „direkten" Radios gezogen, das Jahrzehnte lang auch die Entwicklung der musikalischen Jugendkultur prägen sollte. So sehr sich seinerzeit die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten um modernes Profil bemühten; wer wirklich „in“ sein wollte, hörte Soldatensender, sofern er sie empfangen konnte.
Deckte der AFN den größten Teil Deutschlands mit starken Mittelwellensendern ab, die zum Teil auch heute noch in Betrieb sind, setzte der BFN nach ersten kleineren Provisorien bald auf das neue Hochfrequenzband UKW, das mit geringerem technischen Aufwand zwar begrenzte Reichweiten, jedoch eine viel bessere Tonqualität ermöglichte.
Eine kleine UKW-Station, die sich im Nachhinein als einer der beliebtesten „Exoten“ erweisen sollte, war Radio Canadian Army Europe, abgekürzt CAE, der Sender für die kanadischen Streitkräfte in Westfalen. Am Ostrand des Ruhrgebiets, nahe des alten Hansestädtchens Werl gelegen, erreichte man trotz einer verhältnismäßig geringen Sendeleistung von 250 Watt das gesamte Münsterland, das Ruhrgebiet bis zum Rhein und das vordere Sauerland, somit einen potentiellen Hörerkreis von mehreren Millionen Menschen.